Suchergebnisse mit Tag „AfD“

Es gibt immer wieder Kandidaten, die nichts mehr von ihrer Partei oder ihrer Kandidatur zum Bundestag wissen wollen und daher bei WEN WÄHLEN? nicht aufgeführt sein wollen. Nun liegt eine Gerichtsentscheidung vor, die die Meinungs- und Pressefreiheit stärkt und uns die Veröffentlichung von Angaben über ehemalige Kandidaten weiter erlaubt.

Aus der Entscheidung des Amtsgericht Hamburg: 

Absolut unverbindliche Koalitionsempfehlungen

Koalitionsarithmetik.pngAlle Jahre wieder vor wichtigen Wahlen und eigentlich auch dazwischen wird fröhlich diskutiert, wer denn mit wem koalieren sollte oder könnte. Gerne werden spezifische Kombinationen ausgeschlossen. Da können wir uns natürlich nicht heraushalten. Dank der fleißigen Kandidaten, die bei WEN WÄHLEN? ihre Profile ausgefüllt haben, können wir die durchschnittlichen Meinungen der Parteien ansehen und miteinander vergleichen!

Wenn unsere 65 Forderungen und Thesen wirklich den Kern dessen treffen, was wichtig ist für die kommende Legislaturperiode, welche Parteien sollten dann zusammen arbeiten? Höhere Wahlarithmetik wie man sie aus einschlägigen Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und aus Zeitungen kennt, ignorieren wir hierbei erst einmal. Ebenso können wir hiermit nicht darstellen, wie beständig die ein oder andere Partei in ihren Positionen ist oder als wie zuverlässig sie als Partner von anderen Partnern gesehen werden.

CDU/CSU

Wir beginnen mit der CDU/CSU. Das Schaubild zeigt die durchschnittlichen Abweichungen von SPD, FDP, GRÜNEN, LINKEN, PIRATEN und AfD von der CDU/CSU. Als Interptetationshilfe: Ein Wert von 1,25 (siehe FDP) bedeutet, dass die FDP über alle Fragen hinweg im Schnitt um 1,25 Punkte auf der Skala, auf der die Antworten gegeben werden  (welche von -3 bis +3 reicht), von den durchschnittlichen Antworten abweicht. Das heißt, je kleiner der Wert, desto größer die Übereinstimmung und je größer der Wert, desto kleiner die Übereinstimmung.

CDUCSUkoala.jpg

Am stärksten unterscheidet sich die CDU/CSU von der Linkspartei. Alles andere wäre auch eine große Überraschung (oder ein derber Rechenfehler) gewesen. Mit wem sollte die CDU/CSU, wenn es nach den Ergebnissen von WEN WÄHLEN geht, nun koalieren? Ganz klar mit der FDP und überraschenderweise (?) mit der AfD. Die Abweichungen zu diesen Parteien unterscheiden sich nur marginal, wenn man ganz genau hinschaut, ist die FDP der CDU/CSU ein kleines bisschen näher. Müssen wir uns also auf eine Bahamas-Koalition einrichten?

SPD

Wie sieht es bei der SPD aus? Der Vergleich mit der CDU/CSU zeigt ja schon einmal, das eine große Koalition nicht wirklich passt:

SPDkoala.jpgMachen wir es kurz. Die GRÜNEN sind hier der optimale Koalitionspartner für die SPD. Allerdings folgt kurz darauf auch schon DIE LINKE. Dies ist aus mehreren Gründen trotz „Ausschließeritis“ nicht unplausibel. Erstens herrscht bei Themen der sozialen Gerechtigkeit wie dem Mindestlohn große Einigkeit und zweitens sind einige Kandidaten der LINKEN ehemalige SPD-Mitglieder. Aber wir dürfen nicht vergessen: unser Test kann nicht die zwischenmenschliche Komponente betrachten, und es fallen einige Extreme unter den Tisch. Auch mit den Piraten scheint es Gemeinsamkeiten zu geben. Falls es die Piraten doch noch in den Bundestag schaffen, sollte man vielleicht zumindest mal miteinander reden, oder?

FDP

Was macht die FDP? Gibt es dank Übereinstimmungen bei Fragen zu Bürgerrechten eine starke Übereinstimmung mit den PIRATEN? Oder sind sich FDP und AfD nahe, da die EURO-Rebellen in der FDP immer noch nicht ganz verstummt sind?

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Wie schon bei der CDU/CSU gezeigt, ist die Abweichung zu von FDP zu CDU/CSU verhältnismäßig gering. Ähnlich wie bei der CDU/CSU ist auch die Abweichung zur AfD. Mit den anderen Parteien sollte die FDP eher nicht koalieren, da es hier anscheinend weniger Berührungspunkte gibt.

Die GRÜNEN

Wie sind die Chancen für Schwarz-Grün oder etwa eine Jamaica-Koalition (bzw. Schwampel!)? Wie sehr sind die ehemals (?) alternativen GRÜNEN in die allseits beliebte Mitte abedriftet?

GRÜNEkoala.jpgDie Antwort auf die erste Frage ist wenn man unseren Kandidaten glaubt: Schlecht. Die Antwort auf die zweite Frage ist: eher nicht so. Die geringste Abweichung zu den GRÜNEN zeigt DIE LINKE, der Unterschied zur SPD ist allerdings nur marginal. Auch die PIRATEN zeigen sich hier wieder als eher den etablierten linken Parteien zugehörig.

DIE LINKE

Was macht DIE LINKE? Zeigt sich eine stärkere Nähe zur AfD als ihr lieb sein könnte? Beide werden von manchen Kommentatoren ja als Protestpartei eingestuft.

LINKEkoala.jpg

Die Antwort ist: nein. Wie schon in den vorhergehenden Schaubildern gezeigt, sind sich bei WEN WÄHLEN die linken Parteien nahe und weichen von den bürgerlicheb Parteien ab.

AfD, PIRATEN

Auch wenn aufmerksame Leser ab jetzt eine gewisse Redundanz in den gezeigten Informationen entdecken können, folgen der Vollständigkeit halber noch die Schaubilder für die Parteien, die sich Chancen auf einen Einzug in den Bundestag machen können: Die AfD und die PIRATEN.

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Apropos: Hier geht's zum Kandidatenvergleich, und zum Herumstöbern.

Die extremsten Kandidaten

Da nun schon bekannt ist, welche 10 Kandidaten die konsensfähigsten über alle Parteien hinweg sind, folgt jetzt die Top 10 der Kandidaten, die am stärksten von den durchschnittlichen Antworten aller Parteien abweichen.

Platz 1:  Großmeister Carl Theo Antonin Willke (DIE PARTEI, Wahlkreis Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf, Listenplatz 14 in Berlin)

Wir gratulieren Großmeister Carl Theo Antonin Willke zu dieser Platzierung. Mit großer Sicherheit und ruhiger Hand hat er geschafft, bei den meisten Fragen das Gegenteil des Durchschnitts zu treffen. Bravo. 

Platz 2:  Joachim Pfeiffer (CDU, Wahlkreis Waiblingen)

Platz 3:  Klaus-Peter Willsch (CDU, Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg, Listenplatz 15 in Hessen)

Platz 4:  Franziska Gminder (AfD, Listenplatz 23 in Baden-Württemberg)

Platz 5:  Jürgen Hardt (CDU, Wahlkreis Solingen-Remscheid-Wuppertal II, Listenplatz 39 in Nordrhein-Westfalen)

Platz 6:  Hans-Dieter Ruby (Freie Wähler, Listenplatz 10 in Baden-Württemberg)

Platz 7:  Vladimir Skoda (AfD, Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis II)

Platz 8:  Helmut Seifen (AfD, Wahlkreis Steinfurt I – Borken I)

Platz 9:  Torsten Heinrich (AfD, Wahlkreis Würzburg)

Platz 10: Christian Pothin (AfD, Wahlkreis Delmenhorst-Wesermarsch-Oldenburg-Land)

Neben dem Großmeister von Die Partei gibt die Kandidaten der Alternative für Deutschland dem Namen ihrer Partei alle Ehre. Sie belegen die Hälfte unserer Top 10. Interessant ist, dass auch Kandidaten der CDU stark von der Mitte, die ihre Partei ja von sich beansprucht, abweichen.