Wenn man so etwas wie WEN WÄHLEN? macht, dann erlebt man allerhand Sachen. Zum Beispiel, dass NPD-Kandidaten im Durchschnitt 4 mal weniger ihren eigenen Namen korrekt schreiben können als die Kandidaten der Piraten, Grünen und Linken. Die beiden Bundestagswahlen zuvor habe ich solche Sachen leider nie wirklich aufgeschrieben, daher hier mal ein paar Skurrilitäten.

Also, das mit den NPD-Kandidaten. 2005 waren sie noch diejenigen mit dem schlechtesten Deutsch, voller Rechtschreibfehler in den Kommentaren – aber das hat sich bei den paar Teilnehmern dieses Jahr gebessert. Aber dafür können viele NPDler offensichtlich noch nicht mal ihren Namen schreiben! Hintergrund: der Bundeswahlleiter veröffentlicht die Liste der offiziellen Wahlbewerber erst relativ spät. Daher übernehmen wir vorher Listen von den Parteien mit den Kandidaten – die dann später mit den offiziellen abgeglichen werden. Der eine oder andere hatte bei den Listen der Partei einen falschen Wahlkreis oder Listenplatz usw. Aber einige schreiben auch ihren Namen anders. So weit so gut, das erkennt mein Korrekturprogramm automatisch. 

Aber immerhin 8 (acht!) NPD-Kandidaten haben es dieses Jahr geschafft, sowohl ihren Vor- als auch Nachnamen falsch zu schreiben (wenn nur einer falsch war, hat das mein Programm automatisch korrigiert und nicht gezählt). Und dabei waren nicht nur andere Schreibweisen, sondern auch eindeutige Schreibfehler. Bei Piraten, Freien Wählern, FDP und Linken waren es je zwei, bei der CDU einer, bei der SPD hat wohl jemand korrekturgelesen. NPDler schreiben also vier mal häufiger ihren Namen falsch als Piraten …

Aber auch mit den Nutzern kann man tolles erleben. Letztens rief mich tatsächlich jemand an und beschwerte sich, warum er denn eine Postleitzahl eingeben müsse: Merkel und Steinbrück würde man doch überall wählen können. Nein, kann man nicht, es ist nicht Bundeskanzlerwahl, sondern Bundestagswahl – ich habe ihm dann mal das mit Erst- und Zweitstimme und den Wahlkreisen erklärt. Interessanterweise sagte er, dass er von der Webseite der Tagesschau komme, da war in einer Linkliste auch WEN WÄHLEN? aufgeführt. Vielleicht werden diese Sachen nicht oft genug erklärt – aber andererseits nervt es natürlich auch, wenn das jeden Tag zig mal aufs neue für jeden wiederholt wird.

Viele wissen nicht, wen sie wählen sollen. Ob sie überhaupt wählen gehen sollen. Und nicht jeder von ihnen hat Zugang zu WEN WÄHLEN? oder anderen Hilfen. Die naheliegensten dieser Personen vergessen wir oft: Unsere Eltern. Aber natürlich auch unsere Großeltern, Tanten, Onkel, die eigenen Kinder und so weiter - viele dürften in ihrer Verwandtschaft Menschen haben, die nicht wissen ob und wen sie wählen sollen. 

Ich habe heute mit meinen Eltern telefoniert und dabei gemerkt, dass die Politikverdrossenheit auch damit zusammenhängt, dass sie nicht verstehen, wie das alles funktioniert. Für was das gut ist. Was und wen man wählen kann. So habe ich versucht, meiner Mutter zu erklären, dass es sinnvoller sein kann, eine kleine Partei zu wählen anstatt gar nicht zu wählen, damit sich im Ergebnis der „Sonstigen“ Parteien niederschlägt, dass Menschen mit den „großen“ Parteien unzufrieden sind. Ich habe dies und die Erklärung, wer mit wem welches Ergebnis erreichen könnte, mit einfachen Worten beschrieben. 

Mir ist klargeworden, dass meine Eltern darüber noch nicht wirklich nach gedacht hatten – dass es sinnvoll sein kann, Alternativen zu wählen, um ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen; oder was Erst- und Zweitstimmen bedeuten. Und ich bin sicher, dass ihr auch solche Menschen kennt. 

Darum: ruft eure Eltern an. Und die Großeltern, Tante Frida, Eure Kinder oder wen ihr auch kennt - sagt ihnen, dass Wählen gehen immer die bessere Alternative ist. Lasst sie nicht glauben, sie wären zu dumm, das System zu durchschauen; fragt sie nicht, ob ihr es ihnen erklären sollt. Tut es einfach.

Eine ganz kurze Erklärung, wie das denn mit Erst- und Zweitstimme ist, haben wir auf der WEN WÄHLEN? Startseite oben rechts eingebaut. Einen kurzen Film hat dazu die Bundeszentrale für politische Bildung:

Von Parteirebellen und Konformisten - Heute: SPD

Vorgestern haben wir die Frage beantwortet, welche Kandidaten dem Durchschnitt aller Parteien entsprechen und welche am stärksten abweichen. Das ist natürlich auch je Partei möglich! Nach den Kandidaten von CDU/CSU geht es mit den Kandidaten der SPD weiter.

Bitte beachten Sie, dass natürlich nur die Informationen, die wir durch die Beantwortung der 65 Forderungen & Thesen gewonnen haben, in die Analysen eingeflossen sind. Die Auswahl der Themen verzerrt natürlich das Bild: hätten wir andere Fragen gestellt, könnte alles anders aussehen.

Bei den folgenden 3 Kandidatinnen und Kandsidaten handelt es sich um diejenigen, die am nahesten an ihrer eigenen Parteilinie liegen. Das kann zum einen daran liegen, dass sie die Linie ihrer Partei wirklich verinnerlicht haben oder aber schlicht daran, dass sie von der Parteizentrale Vorgaben erhalten haben. [*]

Die prototypischsten SPD-Kandidaten:

Platz 1: Markus Paschke (Wahlkreis Unterems, Listenplatz 13 in Niedersachsen)

Platz 2: Gabriela Heinrich (Wahlkreis Nürnberg-Nord, Listenplatz 22 in Bayern)

Platz 3:  Philipp Tacer (Wahlkreis Düsseldorf I, Listeplatz 49 in Nordrhein-Westfalen)

 

Die folgenden 3 Kandidatinnen und Kandidaten der SPD weichen am stärksten von den durchschittlichen Antworten ihrer Genossinnnen und Genossen ab. Aber Achtung: Selbst das heißt nicht, dass wir ihnen empfehlen würden, eine andere Partei zu wählen. Sie weichen zwar von ihrer eigenen Partei ab, grenzen sich aber trotzdem noch klarer vom politischen Gegner ab. [**]

Die atypischsten SPD-Kandidaten:

 Platz 1: Thomas Grambow (Listenplatz 51 in Niedersachsen)

Platz 2:  Brigitte Zypries (Wahlkreis Darmstadt, Listenplatz 4 in Hessen)

Platz 3:  Annette Heidrich (Wahlkreis Altötting, Listenplatz 36 in Bayern)

[*] Wir haben das schon für einige Parteien und Kandidaten festgestellt. Eine individuelle Beantwortung der Fragen wäre für den Wähler und im Endeffekt auch den Kandidaten besser. So geht der große Vorteil einer Plattform wie WEN WÄHLEN, der direkte Vergleich der eigenen Meinung mit der Meinung der Kandidaten, verloren.

[**] Hier gibt es allerdings fazinierende Ausnahmen, die wir im Laufe der Woche voraussichtlich noch präsentieren werden, ganz frei nach Stefan Raabs Frage an Angela Merkel (ja, auch Frau Merkel darf man gerne noch einmal einladen), welche Partei ihr denn der Wahlomat empfähle.

Von Parteirebellen und Konformisten - Heute: CDU/CSU

Vorgestern haben wir die Frage beantwortet, welche Kandidaten dem Durchschnitt aller Parteien entsprechen und welche am stärksten abweichen. Das ist natürlich auch je Partei möglich! Heute fangen wir mit den Kandidaten von CDU und CSU an, die wir leider zusammen betrachten müssen, da von der CSU so wenige Kandidaten an WEN WÄHLEN teilgenommen haben, dass sinnvolle Analysen für sie allein nur bedingt sinnvoll sind.

Bitte beachten Sie, dass natürlich nur die Informationen, die wir durch die Beantwortung der 65 Forderungen & Thesen gewonnen haben, in die Analysen eingeflossen sind. Die Auswahl der Themen verzerrt natürlich das Bild: hätten wir andere Fragen gestellt, könnte alles anders aussehen.


Bei den folgenden 3 Kandidaten handelt es sich um diejenigen, die am nahesten an ihrer eigenen Parteilinie liegen. Das kann zum einen daran liegen, dass diese Kandidaten die Linie ihrer Partei wirklich verinnerlicht haben oder aber schlicht daran, dass sie von der Parteizentrale Vorgaben erhalten haben. [*]

 

Die prototypischsten CDU/CSU-Kandidaten:

 Platz 1:  Carsten Müller (Wahlkreis Brauschweig, Listenplatz 7 in Niedersachsen)

Platz 2:  Tankred Schipanski (Wahlkreis Gotha-Ilm-Kreis, Listenplatz 5 in Thüringen)

Platz 3:  Thomas Gebhart (Wahlkreis Südpfalz, Listenplatz 8 in Rheinland-Pfalz)

 

Leider hat der prominente CSU-Rebell Peter Gauweiler sein Profil bei uns noch nicht ausgefüllt (sie können ihn gerne noch einmal darum bitten!), so muss unsere Darstellung der Parteirebellen der CDU/CSU ohne ihn auskommen. Die folgenden 3 Kandidatinnen und Kandidaten der CDU/CSU weichen am stärksten von den durchschittlichen Antworten ihrer Parteifreundinnen und Parteifreunde ab. Aber Achtung: Selbst das heißt nicht, dass wir ihnen empfehlen würden, eine andere Partei zu wählen. Sie weichen zwar von ihrer eigenen Partei ab, grenzen sich aber trotzdem noch klarer vom politischen Gegner ab. [**]

Die atypischsten CDU/CSU-Kandidaten:

Platz 1:  Raphael Grohganz (Listenplatz 28 in Hessen)

Platz 2:  Lars Zimmermann (Wahlkreis Berlin-Pankow, Listenplatz 9 in Berlin)

Platz 3:  Gisela Manderla (Wahlkreis Köln III, Listenplatz 22 in Nordrhein-Westfalen)

[*] Wir haben das schon für einige Parteien und Kandidaten festgestellt. Eine individuelle Beantwortung der Fragen wäre für den Wähler und im Endeffekt auch den Kandidaten besser. So geht der große Vorteil einer Plattform wie WEN WÄHLEN, der direkte Vergleich der eigenen Meinung mit der Meinung der Kandidaten, verloren.

[**] Hier gibt es allerdings fazinierende Ausnahmen, die wir im Laufe der Woche voraussichtlich noch präsentieren werden, ganz frei nach Stefan Raabs Frage an Angela Merkel (ja, auch Frau Merkel darf man gerne noch einmal einladen), welche Partei ihr denn der Wahlomat empfähle.

Die extremsten Kandidaten

Da nun schon bekannt ist, welche 10 Kandidaten die konsensfähigsten über alle Parteien hinweg sind, folgt jetzt die Top 10 der Kandidaten, die am stärksten von den durchschnittlichen Antworten aller Parteien abweichen.

Platz 1:  Großmeister Carl Theo Antonin Willke (DIE PARTEI, Wahlkreis Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf, Listenplatz 14 in Berlin)

Wir gratulieren Großmeister Carl Theo Antonin Willke zu dieser Platzierung. Mit großer Sicherheit und ruhiger Hand hat er geschafft, bei den meisten Fragen das Gegenteil des Durchschnitts zu treffen. Bravo. 

Platz 2:  Joachim Pfeiffer (CDU, Wahlkreis Waiblingen)

Platz 3:  Klaus-Peter Willsch (CDU, Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg, Listenplatz 15 in Hessen)

Platz 4:  Franziska Gminder (AfD, Listenplatz 23 in Baden-Württemberg)

Platz 5:  Jürgen Hardt (CDU, Wahlkreis Solingen-Remscheid-Wuppertal II, Listenplatz 39 in Nordrhein-Westfalen)

Platz 6:  Hans-Dieter Ruby (Freie Wähler, Listenplatz 10 in Baden-Württemberg)

Platz 7:  Vladimir Skoda (AfD, Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis II)

Platz 8:  Helmut Seifen (AfD, Wahlkreis Steinfurt I – Borken I)

Platz 9:  Torsten Heinrich (AfD, Wahlkreis Würzburg)

Platz 10: Christian Pothin (AfD, Wahlkreis Delmenhorst-Wesermarsch-Oldenburg-Land)

Neben dem Großmeister von Die Partei gibt die Kandidaten der Alternative für Deutschland dem Namen ihrer Partei alle Ehre. Sie belegen die Hälfte unserer Top 10. Interessant ist, dass auch Kandidaten der CDU stark von der Mitte, die ihre Partei ja von sich beansprucht, abweichen.

Die durchschnittlichsten Kandidaten

Wie man dank der Ranking-Shows von Sonja Zietlow, Oliver Geißen und Konsorten weiß, erfreuen sich Top-Listen größter Beliebtheit. Deshalb werden wir bis zur Wahl am 22.09.2013 verschiedene Auswertungen zu den Kandidaten veröffentlichen, die bei WEN WÄHLEN teilgenommen haben.

Heute beginnen wir mit den Kandidaten, die im Hinblick auf alle anderen Kandidaten über alle Antworten hinweg am ehesten dem Durchschnitt entsprechen, also deren Antworten am wenigsten von den durchschnittlichen Antworten aller Kandidaten abweichen. Die wahre Mitte aller Kandidatem sozusagen. Die Berechnungen wurden selbstverständlich allesamt von grauen Herren in einem dunklen Hinterzimmer durchgeführt.

Platz 1: Marius Augustin (NEIN!, Wahlkreis Erding-Ebersberg)

Diese Platzierung ist einigermaßen wenig überraschend, da Marius Augustin entgegen des Namens der Liste, auf der er kandidiert nicht gegen alles ist, sondern vielmehr bei fast allen Fragen sich für die Antwort „unentschieden“ entschieden hat. Mit bewundernswerter Variation erklärt Marius Augustin in nahezu jedem Kommentar zu seinen Antworten das Prinzip der NEIN!-Idee: die Bürger sollen selbst entscheiden. Nur bei der Frage nach Volksabstimmungen und den Fragen zu einem transparenten Staat lässt sich Marius Augustin zu einem klaren „Ja“ hinreißen.

Wir gratulieren Marius Augustin zu seinem ersten Platz und danken ihm für die Teilnahme an WEN WÄHLEN!

Aber auch ohne überall „unentschieden“ auszuwählen kann man eine ganz normal durchschnittliche Meinung haben, wie die folgenden Plätze zeigen: 

Platz 2:  Martina Stamm-Fibich (SPD, Wahlkreis Erlangen, Listenplatz 18 in Bayern)

Platz 3:  Daniela Kolbe (SPD, Wahlkreis Leipzig I, Listenplatz 4 in Sachsen)

Platz 4:  Pascal Powroznik (Piraten, Listenplatz 15 in Nordrhein Westfalen)

Platz 5:  Phillipp Tacer (SPD, Wahlkreis Düsseldorf I, Listenplatz 49 in Nordrhein-Westfalen)

Platz 6:  Andreas Vogt (Piraten, Wahlkreis Leipzig-Land)

Platz 7:  Maja Tiegs (Piraten, Wahlkreis Hagen-Ennepe-Ruhr-Kreis I)

Platz 8:  Sebastian Nerz (Piraten, Wahlkreis Tübingen, Listenplatz 1 in Baden-Württemberg)

Platz 9:  Matthias Dietrich (ÖDP, Wahlkreis Reutlingen)

Platz 10: Jürgen Stemke (Piraten, Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg, Listenplatz 8 in Niedersachsen)

 

Auf den Plätzen 2-10 folgen interessanterweise mehrheitlich Kandidaten der SPD und der Piratenpartei. Haben wir hier möglicherweise die wahre politische Mitte gefunden? Das kann man aufgrund der Überzahl an Parteien, die man eher dem linken Spektrum zuordnen muss, leider nicht mit Sicherheit sagen.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den 10 Kandidaten um perfekte Kandidaten, falls jemand mal wieder einen Bahnhof bauen möchte und einen Schlichter braucht.

Kurz vor der Bundestagswahl 2013 sind immer noch viele Wähler unentschlossen – aber auf die Frage „Wen Wählen?“ bietet die gleichnamige Internet-Plattform seit 2005 eine Antwort: Die Plattform erlaubt es, sowohl die Parteimeinungen als auch die einzelnen Kandidaten in den Wahlkreisen miteinander zu vergleichen.

http://www.wen-waehlen.de/

Der Kandidatenvergleich ist einfach: Wähler geben ihre Postleitzahl oder den Wahlkreis an, in dem sie wählen. Sie legen fest, welche Grundwerte wie beispielsweise Menschenrechte, Verbraucherschutz oder Sicherheit ihnen wie wichtig sind und bewerten aktuelle politische Themen. Die Kandidaten haben die gleichen Fragen beantwortet. Daraus ergibt sich ein Wert, der sich mit dem der Kandidaten vor Ort vergleichen lässt. „So kann ich als Wähler sehen, ob dem Direktkandidaten in meinem Wahlkreis die gleichen Dinge wichtig sind wie mir, aber auch welche Meinung der durchschnittliche Kandidat der Parteien hat“, erklärt Alvar Freude, der WEN WÄHLEN? bereits 2005 zur Bundestagswahl ins Leben rief.

In diesem Jahr hat die unabhängige Plattform für den Kandidatenvergleich wissenschaftliche Unterstützung bekommen: Der Fragenkatalog entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Mannheim. Die dadurch entstandenen Forderungen und Thesen unterscheiden sich von den Angeboten anderer Plattformen vor allem im Umfang und bieten neutrale Formulierungen. „Durch den großen Umfang an Fragen und die Möglichkeit, abstrakte Werte und Ziele anzugeben, ist ein genauer Vergleich mit den Ansichten der Kandidaten möglich“, so Dominic Nyhuis von der Universität Mannheim.

Zudem haben viele Kandidaten ihre Antworten begründet – warum sie für oder gegen einen Mindestlohn, die stärkere Überwachung des Internets oder das Betreuungsgeld sind.

Rund 1500 Kandidaten haben bisher die Möglichkeit genutzt, sich den Wählern in ihrem Wahlkreis so zu präsentieren, und im Wahlkampf-Endspurt werden es täglich mehr. Die Wähler haben natürlich bis zum Schluß Gelegenheit zum Kandidatenvergleich. Die Plattform wird bis zur Wahl kontinuierlich ergänzt.

http://www.wen-waehlen.de/
https://blog.wen-waehlen.de/
https://twitter.com/waehlen
https://www.facebook.com/wen.waehlen


Pressekontakt:
Alvar Freude, (07 11) 50 70 825
Dominic Nyhuis, (06 21) 181-3407

info[at]wen-waehlen.de


WEN WÄHLEN? ist ein Projekt von Alvar Freude in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim (Sonderforschungsbereich 884, „Politische Ökonomie von Reformen“) und dem Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V. (FITUG). Alvar Freude ist Software-Entwickler und war 2010 bis 2013 als Sachverständiger Mitglied in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages.

Finale Forderungen&Thesen

Gestern haben wir die finalen „Forderungen und Thesen“ für die Kandidaten zur Bundestagswahl 2013 fertig gestellt. Gegenüber dem Entwurf hat sich noch ein bisschen was geändert: Teil 2: Abwägungsfragen haben wir schweren Herzens komplett gestrichen. Das hat zwei Gründe: zum einen waren die Fragen noch lange nicht ideal, da wäre noch mal viel Arbeit nötig gewesen. Zum anderen haben uns mehrere Kandidaten zu verstehen gegeben, dass die Fragen kaum beantwortbar sind bzw. die Kandidaten in eine Situation kommen, in der sie nur verlieren können, indem die einen oder die anderen Wähler verärgern bzw dem politischen Gegner Munition für einen Negativwahlkampf liefern. Und dann machen sie lieber gar nicht mehr mit.

Ich finde das zwar sehr schade, auch wenn ich die Zwänge des Wahlkampfes nachvollziehen kann. Wenn man gefühlt nur zwischen Shitstorm (weil Arbeitsplätze wichtiger sind als Umweltschutz) und Shitstorm (weil Umweltschutz wichtiger ist als Arbeitsplätze) wählen kann, ist die komplette Ablehnung verständlich. Auch wenn ich denke, dass es in 99% der Fälle nicht zu einem (unkalkulierten) Shitstorm kommt: die Befürchtungen der Kandidaten bestimmen dann das Verhalten.

Nun aber hier die Liste der finalen Fragen und Thesen aus dem ehemaligen Teil 3 (nun Teil 2), dem Hauptteil:

2005 fragten wir nach der These:

Heino soll Volksmusikbeauftragter werden.
Zur Rettung des deutschen Liedguts soll ein Volksmusikbeauftragter ernannt werden: Heino.

2009 dann nach dieser:

Deutschland soll sich federführend an einer Mondmission beteiligen.
Deutschland soll den Mond erkunden und so langfristig das Ziel haben, wichtige Rohstoffe vom Mond zur Erde zu transportieren.

Beides waren die Sommerloch-Scherzfragen.

Wer hat Vorschläge für die passende Sommerloch-Scherzfrage 2013? Bushido soll Rap-Beauftragter werden? Naja, dazu wird wohl jetzt noch nicht mal mehr Freiherr Christian von Stetten „ja“ sagen … ;-)

PS: Die Liste der bisherigen nicht-Scherzfragen haben wir gestern veröffentlicht, falls jemand da noch Ergänzungen hat: nur zu!

Update 5. August: Nach der Aufregung um #VeggieDay scheint mir ja die passende Sommerlochfrage 2013 zu sein:

Mehr vegetarisches Essen
Kantinen sollen jeden Tag mindestens eine vegetarische Mahlzeit anbieten.

Weitere Vorschläge oder Formulierungsvorschläge nehmen wir bis Donnerstag Morgen (8.8.) an …

Thesen und Fragen 2013

tl;dr: Welche Fragen sollen wir an die Kandidaten zur Bundestagswahl stellen, welche funktionieren?

Gerade sind wir dabei, für WEN WÄHLEN? 2013 den Fragen und Thesen, die an die Kandidaten gestellt werden, den letzten Schliff zu geben. WEN WÄHLEN? ist eine Art Wahl-O-Mat, aber für alle Wahlkreise und Kandidaten einzeln und ein wenig ausführlicher. 

Nach derzeitiger Planung wird es dieses mal drei Teile geben:

  • Werte und Ziele, ähnlich wie 2009, aber mit neuer Bedienung
  • Abwägungsfragen, bei denen sich die Kandidaten zwischen zwei Übeln oder zwei „guten“ Sachen entscheiden müssen.
  • Die üblichen Fragen und Thesen

Die einzelnen Fragen/Thesen entstehen dieses mal in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Uni Mannheim, und wir möchten sowohl den Nutzern als auch den Kandidaten die Möglichkeit geben bzw. rufen dazu auf, im Vorfeld die einzelnen Punkte zu kommentieren. Ziel ist es, sowohl ausgewogene als auch interessante Fragen zu stellen. Solche die spannend sind, aber auch einen Erkenntnisgewinn bringen, und vor allem solche, bei denen die Kandidaten sehr individuell und unterschiedlich antworten! 

Daher bitten wir alle, die folgenden Punkte zu kommentieren!